Ich traf einen Engel

An vierten Advent vor Weihnachten traf ich am späten Abend beim Gassi gehen mit meinem Hund eine Katze. Sie kam aus dem Nichts, ganz plötzlich und unerwartet. Schlich mir um die Beine und lies sich sogar von mir anfassen, ganz leicht am Rücken. Sie sah aus wie ein kleiner Engel. Eine wunderschöne Katze, ganz weis, schlank und unglaublich hübsch. Einfach lieb. Meinen Hund interessierte sie nicht sonderlich. Ich fand es zu anfang einfach ganz lustig, doch anstatt wegzulaufen lief sie mir nach bis zu mir nach Hause. Ich weckte meinen Vater um sie ihm zu zeigen und weil ich nicht wusste was ich machen sollte. Sie folgte mir bis ins Haus. Ich holte Milch. Die trank sie nicht. Ich fühlte mich schlecht sie drausen zu lassen weil es so kalt war und am nächsten Tag machte ich mir schreckliche Gedanken wegen der kalten Nacht. Jetzt denken einige wohl ich wäre verrückt genauso wie viele denen ich es erzählte. Am nächsten Tag ging ich von der Arbeit nach Hause und total unerwartet sah ich sie wieder an einem total anderem Ort. Sie war total aufgeschreckt und ängstlich wirkte sie auch. Sie erkannte mich sofort wieder. Ich lockte sie ein wenig von der Straße einen Fußgängerweg. Es war sehr viel los und gab ihr ein wenig Wurst, die ich dabei hatte von der Arbeit. Eine Passantin sah mich mit unglaublichen Augen an. Ich ging dann weiter und beobachtete sie aus der Ferne. Sie sahs da so verschrocken und ängstlich von den losfahrenden Autos auf dem Parkplatz, niemand schien sie zu sehen und ich wollte auch nicht das sie mir nachlief weil ich über eine sehr stark befahrene Straße musste. Es war Feierabendzeit. Ich rief sie noch einema zu mir. Sie hörte auf den Namen Flocke, den ich ihr gab weil sie so weiß war. Lockte sie in eine ruhige Seitenweg hinter einem Haus wo nichts los war und gab ihr noch was von der Wurst, dann ging ich weg. So dachte ich ich sehe sie nicht mehr wieder, doch sie lies mich nicht los. Am Abend darauf musste ich ins Training, nahm meinen Hund und zufällig in der nähe des Platzes wo ich sie allein gelassen hatte sahs sie. Ich war mit meinem Hund. Sie war zu anfang ganz komisch, abweisend sahs sie einfach auf einem riesigen Platz total untypisch für eine Katze. Diesmal helfe ich dir wirklich dachte ich mir, da ich sowieso langsam Schlechtes Gewissen bekam. Ich rief meine Mutter per Telefon um Rat, sie wusste es nicht und es war schon spät, also dachte ich ich gehe zu Freunden, die nicht weit von dort gewohnt haben. Ich musste noch nicht mal eine Straße überqueren, denn über die andere traute ich mich immer noch nicht. Sie waren nicht da. Die Katze folgte mir auf Schritt und Tritt. Eine Frau wurde auf sie Aufmerksam und das was mich wunderte, war das Flocke fauchte und sie kratzen wollte, wo sie doch so lieb war zu mir. Ich ging den Gehweg weiter zu meinem Großvater, doch der hörte mich nicht. Die Katze folgte mir immer noch. Es war schon dunkel, ich band meinen Hund an und streichelte sie. Dann ging ich weiter, sie folgte mir immer noch. Die Freunde zu denen ich vorher wollte waren jetzt da, ich wollte sie fragen ob sie nicht eine Idee hätten was ich mit ihr machen sollte. weil ich glaubte sie wäre entlaufen und wusste nicht zurück weil es wahrscheinlich eine reine Hauskatze. Eigentlich wollte ich sie auch fragen ob ich ein wenig Wurst bekomme für sie. Sie lachten mich aus, waren auch ein wenig empört und genervt von mir. Fragten mich stattdesen ob ich nicht essen wolle und gaben meinem Hund Leckerlie. Das tat mir so weh. Weil ich an Flocke dachte, die im Moment meine Hilfe benötigte und doch eindeutig was zu essen will. Ich wollte das alles nicht. Ich wollte ihr nur helfen und anderer Seits war es mir so peinlich ausgelacht zu werden. "Wegen einer Karze" hies es und ich verstand es ja. Ich ging wieder weg ohne was zu essen oder mich auch auszuziehen und beachtete Flocke auch nicht, als ich mich umdrehte sah ich sie nur kurz mir nachschauen. Ich wollte nicht, dass sie mir nachläuft, weil ich über diese beschiesene Straße musste und Angst hatte sie würde überfahren werden.  Zu Hause wartete ich auf meinen Freund biss er von der Nachtschickt zurückkommt und ging mit ein Stückchen Wurst auf die Suche nach ihr, doch ich fand sie nicht mehr. Sie tat mir so leid. Die ganze Situation pisste mich an. ich fühlte mich wie ein Bettler, der von Haus zu Haus ging und um Brot bat und ein warmes Plätzchen und von allen Abgewiesen wurde und ich war sauer auf mich selbst und auf den Rest der Welt. Auf das heuchlerische Weihnachten, bei dem jeder an sich selbst denkt. Am Tag danach, es war sehr früh am morgen brachte mich meine Mutter an den Bahnhof und hielt vor dem Zebrastreifen um mich rauszulassen. Ich habe versucht nicht mehr über die Katze zu denken und das ganze zu vergessen. Ich lief über den Zebrastreifen. Von beiden Seiten kamen die Autos sehr schnell auf mich zugeschossen. Sie hielten nicht und ich war plötzlich ganz in Gedanken bei der Katze und fragte mich wie es ihr wohl geht und wurde langsamer und hatte das Gefühl als ob die Welt still steht. Dann hatte ich plötzlich ein Gefühl als ob was nicht stimmt mit den Autos und als ich dann loslaufen wollte schoss das Auto rechts von mir ein Sentimeter von mir vorbei. Wäre ich nicht in Gedanken versunken hätte er mich getroffen gehabt und mitgenommen. Meine Mutter sahs kreidebleich im Auto als ob sie einen Geist gesehen hätte. Ich wurde mir erst im nachhinein über mein Glück bewusst. Wäre ich nicht in Gedanken so langsam vor mich hin getockelt wäre ich vielleicht von dem Kleintransporter angefahren worden vor den Augen meiner Mama. Später zu Hause sagte meine Mutter mir das selbe, sie sah mich schon angefahren und bereute die Sache mit der Katze, sogar mein Bett hatte sie gemacht. Ich bin mir aber ganz sicher. Dieser kleiner Engel rettete mir das Leben. Und das am heiligen Abend.

Seit dem habe ich sie nicht mehr gesehen und denke auch nicht mehr an sie, weil ich Angst habe meine Gedanken könnten sie quälen. Ich wünsche ihr aber alles Gute und hoffe sie ist doch ein glückliche Katze mir zu Hause, so wie alle Sagen.

Mein Weihnachtsengel 2008

4.1.09 22:48

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